Biodiesel

Rohstoffe und Herstellung

Biodiesel wird aus ölhaltigen Rohstoffen hergestellt (u.a. Rapssamen, Palmöle, Soja, Sonnenblumen, Algen, tierische Fette, Altöle, Jatropha). Aus dem Pflanzenöl und 10% Methanol wird in einem chemischen Prozess bei Temperaturen um 64°C Biodiesel hergestellt. Als Nebenprodukte entstehen Presskuchen, die als Tierfutter verwendet werden und Glycerin, welches in der Nahrungsmittel- und Chemieindustrie oder in der Biogasproduktion eingesetzt wird.

Technologie

Biodiesel kann mit herkömmlichem Diesel gemischt oder als reiner Biodiesel getankt werden. Die Beimischrate von 7% RME ist für alle Fahrzeuge zugelassen. Anpassungen am Motor sind beim Betrieb mit dem Treibstoff B100 (100% RME) oder mit Biodiesel aus anderen Pflanzenölen, Altspeise- oder Tierfetten nötig, da der Biodiesel Dichtungen und Leitungen stärker angreift als herkömmlicher Diesel.

Flächenbedarf

Die Flächenausbeute ist bei Biodiesel aus Raps in der Schweiz gering: Aus einer Hektare Ackerland werden pro Jahr je nach Anbaumethode zwischen 780kg und 1'200kg Kraftstoff gewonnen). Im Gegensatz dazu ergibt eine mit Ölpalmen bepflanzte Hektare in Indonesien ca. 4'000 Liter Biodiesel pro Jahr).

Potenziale

Das Potenzial für Biodiesel oder Pflanzenöltreibstoff aus Raps wird für die Schweiz auf 30 Mio. Liter pro Jahr geschätzt (rund 0.5% des heutigen Treibstoffverbrauchs). Dazu ist eine Anbaufläche von rund 25'000 Hektaren notwendig. Die Gesamtökobilanz von Biodiesel führt in vielen Studien zu einem negativen Ergebnis, sofern nicht Abfall-Rohstoffe verwendet werden. Das Potenzial von Biodiesel in der Schweiz kann als gering eingestuft werden.

Wirtschaftlichkeit und Weltmarkt

Mehr als 50% des Biodiesels wird in Europa hergestellt (aus Ölpflanzen wie Raps oder Sonnenblumen). Frankreich ist vor Deutschland der grösste Produzent der Welt. In den USA und Brasilien produziert man Biodiesel hauptsächlich aus Soja, in tropischen Ländern (Indonesien, Malaysia, Ecuador, Brasilien) vermehrt aus Palmfrüchten.

 Empa-Ökobilanz von Energieprodukten 2007

 FNR - Vergleichende Analyse Biokraftstoffe 2009

Vorteile

Nachteile

Gute Ökobilanz bei Abfall-Rohstoffen (Speiseöle/-fette).

Hoher Energiebedarf für Rohstoffanbau und -verarbeitung.

Als B5 (5% Beimischung) in jedem Dieselfahrzeug anwendbar.

5% höherer Verbrauch als bei Diesel.

Bestehendes Treibstoffnetz (Diesel) nutzbar.

Konflikte mit Nahrungsmittelproduktion möglich.

Hoher Flächenertrag bei Ölpalmen.

Kann indirekt zu Regenwaldabholzungen führen.

 

Negative Ökobilanz beim intensiven Anbau von Ölpflanzen.

Gute Ökobilanz bei Abfall-Rohstoffen (Speiseöle/-fette).

Hoher Energiebedarf für Rohstoffanbau und -verarbeitung.

Als B5 (5% Beimischung) in jedem Dieselfahrzeug anwendbar.

5% höherer Verbrauch als bei Diesel.

Bestehendes Treibstoffnetz (Diesel) nutzbar.

Konflikte mit Nahrungsmittelproduktion möglich.

Hoher Flächenertrag bei Ölpalmen.

Kann indirekt zu Regenwaldabholzungen führen.

 

Negative Ökobilanz beim intensiven Anbau von Ölpflanzen.