Bioethanol

Rohstoffe und Herstellung

Bioethanol wird aus zuckerhaltigen Pflanzen (Zuckerrohr oder Zuckerrüben) sowie aus stärkehaltigen Rohstoffen (Kartoffeln, Weizen oder Mais) hergestellt. Der Pflanzenzucker wird durch Hefen und Enzyme zu einem Ethanol-Wasser-Gemisch vergoren. Als Nebenprodukte entstehen Trester als vollwertiges Futtermittel und Schlempe, die für die Biogasproduktion genutzt wird.

Technologie

Bioethanol kann mit herkömmlichem Benzin gemischt und als Treibstoff verwendet werden. Bis zu einem Anteil von bis zu 10% kann es in Benzinmotoren verbrannt werden. Für höhere Mischungsverhältnisse (E85/E100) bedarf es sogenannter Flex-Fuel-Fahrzeuge. Deren Motoren erkennen mittels Sensoren die entsprechenden Mischverhältnisse und passen das Luft-Treibstoff Verhältnis im Brennraum des Motors automatisch an. Bioethanol ist ein technisch ausgereifter Treibstoff mit hohem Kraftstoffertrag. Insbesondere durch die Herstellung aus brasilianischem Zuckerrohr ist Bioethanol zurzeit der mit Abstand wettbewerbsfähigste biogene Treibstoff.

Flächenbedarf

Mit dem auf einer Hektare angebauten Getreide können in der Schweiz pro Jahr zwischen 1'100kg bis 2'100kg Bioethanol hergestellt werden. Bei brasilianischem Zuckerrohr liegt die Ausbeute bei 4'370kg pro ha und Jahr). Ein Liter Ethanol ersetzt ca. 0.66 l Benzin).

Potenziale

Brasilien war bis 2005 der weltweit grösste Hersteller und Verbraucher von Bioethanol, wurde mittlerweile aber von den Vereinigten Staaten überholt. Die Produktionskapazität von Bioethanol liegt in Brasilien bei rund 21 Milliarden Litern pro Jahr (rund 4mal des heutigen Benzinverbrauchs in der Schweiz). An allen Tankstellen in Brasilien wird Benzin mit einem Anteil von 20% bis 25 % Ethanol angeboten. Der genaue Prozentsatz wird von der Regierung abhängig vom Zuckermarkt festgelegt.

 Empa-Ökobilanz von Energieprodukten 2007, Seite 143

 ART-Schriftenreihe 5: Biotreibstoffe 2007

 

Vorteile

Nachteile

Gute Ökobilanz bei Abfall-Rohstoffen.

Schlechtere Ökobilanz beim Anbau von Mais und Zuckerrüben.

Geringere Energiedichte als Benzin.

Konflikte mit Nahrungsmittelproduktion absehbar.

Hohe Ausbeute bei Zuckerrohr.

Kann Regenwaldabholzung indirekt beschleunigen.

Etablierte Technologie, Treibstoffnetz und Motorentechnik bestehen.