Biomasse Suisse

Leitfaden Harmonisierung Grundausbildung Grüngutbranche

by Jacqueline Jenni

Die Kantone haben nun den Leitfaden für die Grundausbildung in der Grüngutbranche veröffentlicht.

Betreiber*innen von Kompostier- und Vergärungsanlagen, welche eine kantonale abfallrechtliche Bewilligung benötigen, müssen gemäss VVEA Art. 27 einen Nachweis über ihre notwendigen Fachkenntnisse zum sicheren, effizienten und umweltgerechten Betrieb einer Anlage vorweisen können. Die Kantone haben in Zusammenarbeit mit der Grüngutbranche den «interkantonalen Leitfaden für die Harmonisierung der Grundausbildung Grüngutbranche CH/FL» erarbeitet. Dieser hält fest, wie dieser Nachweis zu erfolgen hat. Der Leitfaden wurde vor kurzem von den Kantonen veröffentlicht.

In Art. 8 der VVEA wird festgehalten, dass Bund, Kantone und Branchenverbände sicherstellen, dass die notwendigen Ausbildungen zum Führen einer Anlage dem Stand der Technik entsprechen. Die Bundesämter BAFU, BLW und BFE haben deshalb den Verein Inspektorat der Kompostier- und Vergärbranche Schweiz unterstützt, um einen allgemeinen Grundkurs für Mitarbeiter*innen der Kompostier- und Vergärbranche zu entwickeln. Dieser fehlte bis dahin. Ziel der Ausbildung ist die Vermittlung des Stands der Technik, welcher einen effektiven Betrieb von Anlagen erlaubt. Im 2019 wurde der erste Kurs und auch die entsprechenden Prüfungen erfolgreich durchgeführt. Basierend auf diesem Kurs wurde von den Kantonen anschliessend der interkantonale Leitfaden erarbeitet, welcher Empfehlungen an die Kantone betr. Umsetzung der VVEA betr. Ausbildung von Anlagebetreibenden abgibt.

Der Leitfaden gibt allen Kantonen folgende Empfehlungen ab:

  • Verarbeitungsbetriebe, die gemäss VVEA (Verordnung über die Vermeidung und Entsorgung von Abfällen) eine Ausbildung zu absolvieren haben, müssen eine Prüfung über den Inhalt eines Grundkurses ablegen.
  • Die vom Inspektorat erarbeiteten Unterlagen bilden die Grundlage für den Prüfungsstoff.
  • Zu diesem Grundwissen kann der Prüfungskandidat ein Spezialgebiet wählen, zu dem er befragt wird.
  • Alternativ zum Grundkurs kann ein Auffrischungskurs besucht werden, oder der Stoff kann im Selbststudium erlernt werden.
  • Mindestens eine Person, im Idealfall der Betriebsleiter, soll die Prüfung ablegen.
  • Zusätzlich wird empfohlen, dass eine zweite Person, im Idealfall der Stellvertreter, die Prüfung absolviert.
  • Die erfolgreiche Prüfung eines Mitarbeiters ist Voraussetzung zur Erteilung oder Verlängerung der Betriebsbewilligung.

Unter Aus- und Weiterbildungen finden Sie den Leitfaden.

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